Blick auf 10 Recruiting Trends beim 13. Monster Symposium

Am 09. März 2015 trafen sich über 300 HR Verantwortliche auf dem 13. Monster Symposium im Hilton Airport Hotel – The Square – in einem tollen Ambiente mit Experten aus Wissenschaft und Praxis, um gemeinsam einen Blick auf die Zukunft des Recruitings zu werfen und über (Recruiting) Trends und Entwicklungen zu diskutieren.

Zur Einstimmung wurden wir von menschenlichen Rototern in einer perfekten Inszenierung begrüßt und ins Thema eingeführt.

Roboterbegrüßung Monster Symposium 2015

Roboterbegrüßung Monster Symposium 2015

Im weiteren Verlauf stellten Experten aus Wissenschaft und Praxis die Anforderungen der verschiedenen Generationen (Baby Boomers bis Generation Z) an die Arbeitswelt der Zukunft in Trendvorträgen vor.

Den Anfang machte Herr Professor Dr. Tim Weitzel der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Er präsentierte die Ergebnisse der Studie zum Thema Recruiting Trends und Bewerbungspraxis 2014 des CHRIS-Teams (Centre ob Human Resources Information Systems)  der Uni Bamberg, das 1000 Groß- sowie 1000 Mittelstands-Unternehmen sowie ca. 7000 Bewerber befragte.

Die Studie wurde bereits vor 12 Jahren gemeinsam mit Monster Worldwide Deutschland GmbH ins Leben gerufen, um einerseits ein detailliertes Verständnis von den Eigenschaften, Besonderheiten, Wahrnehmungen, Zielen und Verhaltensweisen der Stellensuchenden zu entwickeln (Bewerberpraxis 2015 Monster/Chris) sowie einen ganzheitlichen Blick auf die Gestaltung der Personalbeschaffung in Deutschland zu bieten (Recruiting Trends 2015 Monster/Chris).

10 Recruiting Trends lt. Studie

Eine zentrale Aussage, auch auf diesem Event, war die Feststellung, dass sich der Arbeitsmarkt zum Bewerbermarkt gewandelt hat. Trend 1

Deshalb möchte ich Ihnen zunächst die aktuellen Anforderungen der Kandidaten aller Generationen an einen „Perfekten Arbeitgeber“ vorstellen:

Perfektes Unternehmen lt. Chris-Studie 2014

Mit dem Wissen, dass in den letzen Jahren die Bindung der MitarbeiterInnen an ihr Unternehmen kontinuierlich abnimmt (-19% zu 2013), erkennt man die Herausforderungen für Unternehmen an dieser Stelle sehr deutlich.

Eine interessante Tätigkeit und ein attraktives Gehalt sind nicht mehr allein ausschlaggebend für die Attraktivität eines Unternehmens.

Sich mit MitarbeiterInnen auf Augenhöhe zu verständigen sowie eine offene, entwicklungs- und werteorientierte Unternehmenskultur über den gesamten Mitarbeiterlebenszyklus zu etablieren wird Kernaufgaben der Unternehmen, um bei BewerberInnen aller Generationen zu punkten. (Stichwort: Candidate Experience) Trend 2

Um die BewerberInnen zu erreichen ist es wichtig, die Kanäle zu kennen, die Stellensuchende bei der Suche nutzen:

Kanäle der Stellensuche nach Relevanz aus Sicht der BewerberInnen

  • generelle Internet-Jobbörsen
  • Unternehmenswebsites
  • Xing, LinkedIn
  • Nischenjobbörsen…

Wie glauben BewerberInnen am ehesten einen Job zu bekommen?

  • Internetstellenbörsen
  • Personalberater
  • Kontakte/Bekannte
  • Profil in Karrierenetzwerken oder Jobbörsen

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die zielgruppengerechte Ansprache liegt in der Bedeutung von Mobile Recruiting für Stellensuchende:

  • 60% der Stellensuchenden finden es gut, wenn Internet-Stellenbörsen mobile Apps anbieten
  • die meisten Jobbörsen sind bzgl. Mobile Recruiting gut aufgestellt
  • knapp 40% der Stellensuchenden nutzen derzeit ihr Smartphone zur Suche nach offenen Stellen
    • nicht einmal jeder Dritte findet die Darstellung von Karriere-Webseiten problemlos nutzbar
  • trotzdem nutzen schon 7,8% das Smartphone zur konkreten Bewerbung

Es ist also heute schon unerlässlich, bei der Gestaltung von Unternehmenswebsites und Karriereseiten auf Smartphonekompatibilität ( Responsive Design) zu setzen und auf verschiedenen Social Media Kanälen Employer Branding Aktivitäten zu generieren. Trend 3

Lt. Studie haben bereits heute 44% der befragten Groß-Unternehmen mobile-optimierte Websites, 30% haben die Darstellung ihrer Anzeigen für mobile Endgeräte optimiert und 22,6% haben sogar eigene Apps. Tendenz steigend.

Interessant fand ich auch die Frage

Wie sieht die Bewerbung der Zukunft aus?

Trend 4 Knapp 80% der Befragten präferieren E-Mail-Bewerbungen, nur 8,9% ziehen Formularbewerbungen anderen Möglichkeiten vor.

Aus Sicht der StudienteilnehmerInnen besteht die zukünftige Bewerbung aus:

  • Lebenslauf (98,7%)
  • Arbeitszeugnis (85,3%)
  • Kurzem Anschreiben
  • Zertifikaten
  • Uni/Abschlusszeugnis
  • Empfehlungsschreiben

Kurzprofile und Referenzen bilden bereits heute wichtige Bestandteile einer Bewerbung.

Trend 5 Darüber hinaus möchten die meisten Wechselwilligen lieber gefunden werden ( 42%) als sich aktiv zu bewerben. Dazu hinterlegen sie ihre Lebensläufe bei Stellenbörsen und Karrierenetzwerken. Xing steht hier derzeit mit 32,1% auf Platz 1 bei den deutschen BewerberInnen. Das Xing ProJob Angebot bietet seit kurzem eine Plattform, z.B. Lebensläufe und Referenzen, nur für Recruiter sichbar, zu hinterlegen.

Ein wichtiger Trend wird also sicherlich die One-Klick-Bewerbung innerhalb der Netzwerke sein, der z.B. ein Anschreiben in der Zukunft überflüssig machen wird.

Diesen Wünschen entgegen läuft aus meiner Sicht der Trend (6) vieler Großunternehmen, Bewerbungen ausschließlich über Formularbewerbungen zuzulassen, um ihren Recruitingprozess zu optimieren.

Robo-Recruiting ist ein weiterer Trend (7) aus den USA, der diese Entwicklung aufnimmt und darüber hinaus dafür sorgen soll, dass  eine Vorselection der Bewerber ausschließlich anhand von Hardfacts, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft…, ermöglichen soll.

Robo-Recruiting Quelle: Vortrag Prof. Dr.Weitzel

Robo-Recruiting Quelle: Vortrag Prof. Dr.Weitzel

Es bleibt abzuwarten, ob dieser Trend sich auch in Deutschland durchsetzen wird, da aus meiner Sicht der direkte Kontakt zu den BewerberInnen immer bedeutender wird.

Interessant ist, dass diese Einschätzung von den befragten Unternehmen geteilt wird:

Bzgl. der Bewerbung der Zukunft geben sie an, dass die Bedeutung von

  • Kurzprofilen in Karrierenetzwerken
  • persönlichen Kontakten und Referenzen
  • einem kurzen, prägnanten Lebenslauf mit wichtigsten Info´s
    zunehmen.

Dementsprechend nimmt auch bei den Unternehmen die Bedeutung von

Social Media in der Personalbeschaffung Trend 8

deutlich zu:

Insgesamt 64,2% der antwortenden Unternehmen beurteilen die Nutzung von Social-Media-Anwendungen generell als positiv für die Recrutierung (Recruiting Trends 2015 Monster/Chris) und es existiert in 32,3% der Großunternehmen bereits eine Social-Media-Strategie.

Durch diese veränderten Anforderungen ergibt sich ein

neues Profil für Recruiter, Trend 9

weg vom Verwalter der Stellenausschreibungen hin zum aktiven Netzwerker.

Spannend auch die Einstellung zu den Auswahlkriterien geeigneter KandidatInnen für den Personalbereich:

  1. Persönlichkeit
  2. Soft Skills
  3. Praxiserfahrung

Die Top-Fähigkeiten der Recruiter liegen aus Sicht der Unternehmen in

  • der Durchführung von Bewerbungsgesprächen und Vertragsverhandlungen
  • Kommunikationsfähigkeiten
  • Definition und Identifikation relevanter Zielgruppen

Dies zeigt deutlich, dass erkannt wurde, dass ausgeprägte Soft Skills die Grundlage für erfolgreiche Personalarbeit der Zukunft bilden und fachliche und methodische Fähigkeiten auf dieser Grundlage durchaus im Unternehmen vermittelt werden können.

Da Talent-Pools für die Unternehmen (33,7% der Großunternehmen) steigende Bedeutung haben, sind diese Skills ebenfalls von zentraler Bedeutung. Die Kernaufgabe liegt neben der Identifizierung dieser Talente ja in deren Betreuung und Bindung über einen längeren Zeitraum.

Flexible Formen der Arbeit – Trend 10

Formen der Arbeit - CHRIS Studie - positiv-abheben-blog

Formen der Arbeit – CHRIS Studie – positiv-abheben-blog

Dem Wunsch nach mehr Flexibilität tragen die Arbeitgeber aus ihrer Sicht bereits heute Rechnung durch Homeofficeangebote und flexible Arbeitszeitgestaltung, die es bereits in 76,8% der befragtenUnternehmen gibt. Die Kür soll aus Sicht der Unternehmen aus einer Kombination aus räumlich und zeitlich verteiltem Arbeiten bestehen.

Dass dies aus Sicht der Stellensuchenden nicht nur Vorteile bietet zeigt folgendes Bild:

Homeoffice aus Kandidatensicht - CHRIS Studie

Homeoffice aus Kandidatensicht – CHRIS Studie

Allein dieses Schaubild verdeutlicht, dass die optimalen Lösungen noch lange nicht geschaffen sind. Auf die Unternehmen kommen viele neue Herausforderungen zu, mit denen sie sich aktiv auseinander setzen müssen, um auch in Zukunft noch geeignete BewerberInnen für sich interessieren und gewinnen zu können. Einige Ansätze sind gemacht, aber die revolutionären Veränderungen noch nicht erkennbar.

In meinem nächsten Beitrag werde ich Ihnen gerne noch die Thesen der anderen Redner des Symposiums, Herrn Oliver Leisse, Zukunftsforscher SEE MORE, Frau Ina Claßen, Brands for talents, Frau Dr. Steffi Burkhart, GEDANKENtanken, und Lena Volk, Gymnasiastin, gewann 2014 den Bundeswettbewerb Jugend debattiert, vorstellen.

Die beiden Studien finden Sie auf der Hompage der Uni Bamberg.
An dieser Stelle möchte ich Monster für das tolle, informative Event, den RednerInnen für die begeisternden Vorträge und den TeilnehmerInnen der anschließenden Workshops für die anregenden Gespräche und Impulse herzlich danken.
Wenn auch Sie Ihr Employer Branding aktiv gestalten und sich positiv von Ihren Mitbewerbern abheben möchten, kontaktieren Sie mich.
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