ca. 7 Minuten · Aktualisiert: September 2026
Die Fehltage in deutschen Unternehmen sind alarmierend.
Durch sich stark verändernde Rahmenbedingungen – Digitalisierung, Flexibilisierung, Internationalisierung, Termin- und Leistungsdruck, große Arbeitsmengen – entstehen vermehrt psychische und physische Belastungen im Arbeitsalltag.
Durchschnittlich 19,5 Tage fehlen Arbeitnehmer*innen im Jahr.
Dies hat Auswirkungen auf die Produktivität. Und sollte Dir genug Anlass sein, Dich um die Gesunderhaltung Deiner Mitarbeitenden zu kümmern.
Worum es dabei wirklich geht – und warum alles mit Dir selbst beginnt: das zeige ich Dir in diesem Beitrag.
Hier ein vielleicht unbequemer Gedanke:
Wenn Du stolz darauf bist, noch 35 Resturlaubstage mit ins neue Jahr zu nehmen, wenn Feierabend oder langes Wochenende seit Jahren Fremdworte für Dich sind, dann gehst Du nicht achtsam mit Dir um. Und Du kommunizierst zumindest indirekt eine Erwartungshaltung an einen hohen zeitlichen Einsatz Deiner Mitarbeitenden.
Du lebst vor, dass lange Arbeitszeit in Deinen Augen auch gleich Erfolg ist. Und misst vermutlich auch Deine Mitarbeitenden an deren Anwesenheitszeit.
Prüfe doch einmal, ob ein anderes Zeitmanagement, besseres Delegieren von Aufgaben oder Verantwortung oder eine andere Prioritätensetzung auch bei Dir zu besserer Gesundheit und einer höheren Arbeitszufriedenheit führt.
Eine gesunde Selbstführung ist die Grundlage für erfolgreiche Mitarbeiterführung. [→ Mehr dazu: „Grundlage erfolgreicher Führung: Selbstreflexion"]
Aus meiner Sicht sind darüber hinaus folgende
Bringe allen Mitarbeitenden die gleiche Wertschätzung entgegen. Würdige Erfolge und hab ein offenes Ohr für die Anliegen Deiner Mitarbeitenden.
Nimm Dir Zeit, Deine Mitarbeitenden zu informieren, ihnen zuzuhören, mit ihnen zu feiern, sie zu loben und zu fördern. Ermögliche gegenseitigen Austausch.
Denk voraus und zeige Deine Wertschätzung durch kleine Maßnahmen: Es ist Winter, die Grippewelle kommt – gib jeden Morgen einen Apfel aus. Deine Mitarbeitenden arbeiten im Sommer draußen – versorge sie mit Sonnen- und Mückenschutz und spendiere ein Eis. Ihr geht gemeinsam auf eine Messe: hab Blasenpflaster und ausreichend Getränke und Müsliriegel dabei…
Es gibt Anregungen oder Kritik? Hör genau hin und prüfe, wie diese Hinweise Dich und Dein Unternehmen bereichern.
Vermittle Deinen Mitarbeitenden Sicherheit. Diese entsteht durch Verlässlichkeit, Berechenbarkeit und Klarheit.
Regelmäßige Gespräche, Feedback, Lob aber auch die Kommunikation von Erwartungen und Zielen geben Deinen Mitarbeitenden Orientierung. Halte Dich an Vereinbarungen und beteilige Deine Mitarbeitenden an Entscheidungsprozessen. Diese Transparenz macht Betroffene zu Beteiligten, erhöht die Identifikation mit den Maßnahmen und Zielen und somit das Gefühl der Sicherheit.
Vertraue den Fähigkeiten Deiner Mitarbeitenden. Gewähre angemessene Handlungs- und Entscheidungsspielräume innerhalb derer diese eigenständig agieren und sich weiterentwickeln können. Achte bei der Verteilung von Aufgaben darauf Deine Mitarbeitenden weder zu über-, aber auch nicht zu unterfordern. Nur wenn Du ihnen etwas zutraust, haben sie auch die Gelegenheit zu wachsen.
Fordere Eigenständigkeit und Selbstverantwortung ein. Führung ist keine Einbahnstraße.
Welche Vision verfolgst Du mit Deinem Unternehmen? Zu welchem Zweck hast Du Dein Unternehmen gegründet und was möchtest du damit erreichen? In der Regel brennst oder branntest Du für das was Du mit Deinem Unternehmen bewegst – begeistere Deine Mitarbeitende mit Deiner Leidenschaft.
Zeige auf, welchen Beitrag jeder einzelne Mitarbeitende zum Unternehmenserfolg leistet. Wird Arbeit Sinn-voll erachtet erhöht das die Motivation und Identifikation. Biete Deinen Mitarbeitenden Entwicklungs-Perspektiven.
Individuell und im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten verknüpfen Du so persönliches Wachstum mit den Unternehmenszielen.
Wenn Du darüber hinaus noch externe Maßnahmen oder gar ein ganzheitliches BGM anbietest, zeichnest Du Dich als attraktiver Arbeitgeber aus. Einen, der sich um das Wohl seiner Mitarbeitenden – und somit um die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens – kümmert.
So wirst Du langfristig Mitarbeitende für Dich gewinnen und an Dich binden können. Und erhältst deren Arbeitsfähigkeit.
Gerne unterstütze ich Dich bei der Gestaltung Deiner mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur. Dabei arbeite ich auch mit Anbieter*innen von BGF/BGM-Maßnahmen zusammen.
Schauen wir gemeinsam auf deine aktuelle Herausforderung
Du bemerkst: Die Fehltage steigen, die Stimmung kippt und du weißt nicht, wo du ansetzen sollst?
Lass uns gemeinsam auf deine Situation schauen: konzentriert, konkret, auf Augenhöhe.
Ich bin Sandra Gertzen. Businesscoachin und Sparringspartnerin mit über 30 Jahren HR-Erfahrung – von Konzern bis KMU, vom Handwerk bis zur Dienstleistung. Rhein-Main-Neckar-Gebiet und online.
→ [Kostenloses Kennenlerngespräch vereinbaren]
Durchschnittlich fehlen Beschäftigte in Deutschland 15 Tage pro Jahr. Treiber sind zunehmend psychische und physische Belastungen im Arbeitsalltag: Digitalisierung, Flexibilisierung, Termin- und Leistungsdruck sowie große Arbeitsmengen. Eine wertschätzende Unternehmenskultur mit Handlungsspielräumen und gezielten BGM-Maßnahmen senkt Fehltage und erhält die langfristige Arbeitsfähigkeit.
Vier Bausteine: Wertschätzung für alle gleichermaßen, Vertrauen mit angemessenen Handlungsspielräumen, einforderte Selbstverantwortung und ein spürbarer Sinn – die Leidenschaft der Führung für das Unternehmen. Kleine, vorausschauende Maßnahmen konkretisieren die Haltung: ein Apfel in der Grippewelle, Sonnenschutz bei Außeneinsätzen, ein offenes Ohr für Anregungen und Kritik.
Eine entscheidende: Wer selbst 35 Resturlaubstage ins neue Jahr rettet und Feierabend als Fremdwort behandelt, lebt vor, dass lange Arbeitszeit Erfolg bedeutet – und misst Mitarbeitende an Anwesenheit. Besseres Delegieren, andere Prioritäten und achtsames Zeitmanagement der Führungsperson wirken direkt auf die Gesundheit des ganzen Teams. Eine gesunde Selbstführung ist die Grundlage für erfolgreiche Mitarbeiterführung.