Empathie ist eine der wertvollsten Führungsqualitäten unserer Zeit.
Gerade viele Frauen in Führung bringen ein feines Gespür für Menschen, Situationen und Zwischentöne mit. Sie sehen, was andere brauchen – oft, bevor es ausgesprochen wird.
Und doch zeigt sich im Führungsalltag immer wieder:
Empathie allein reicht nicht aus, um Teams gesund und wirksam zu führen.
Eine Führungskraft – nennen wir sie Julia – führt ihr Team mit großem Engagement.
Eine ihrer Mitarbeiterinnen steht aktuell stark unter Druck: Ihre Mutter ist pflegebedürftig, die private Belastung hoch.
Julia erkennt das sofort.
Sie fühlt mit, möchte schützen, entlasten, helfen.
Variante 1: Empathie ohne Klarheit
Julia reagiert aus Mitgefühl:
Ihr innerer Gedanke:
„Ich will sie nicht zusätzlich belasten oder gar bloßstellen. Ich regle das lieber selbst.“
Was gut gemeint ist, hat unbeabsichtigte Folgen:
Die Stimmung im Team wird leise, aber spürbar schlechter.
Nicht, weil es an Mitgefühl sondern an Klarheit und Orientierung fehlt.
Empathie wird hier mit Schonung verwechselt.
Mitgefühl mit „es lieber selbst machen“.
Doch wenn Führungskräfte diese Verantwortung ungefragt übernehmen,
Julia merkt: So will sie nicht weiterführen.
Aber klarer zu werden fühlt sich zunächst ungewohnt an. Julia hat Angst, die Mitarbeitende zu belasten, vielleicht sogar zu verärgern oder das Gegenteil des Gewünschten zu erreichen. Und sie befürchtet Disharmonie - ein Zustand, den sie auf jeden Fall vermeiden möchte...
Wie Julia vorgeht und welche Ergebnisse sie erwarten, liest Du in Teil 2 der Miniserie zu Empathie in der Führung.
Noch keine Kommentare vorhanden
Was denkst du?