Blog-Serie: Empathisch führen – mit Klarheit wirksam werden - Teil 1

Blog-Serie: Empathisch führen – mit Klarheit wirksam werden - Teil 1

Sandra Gertzen
von Sandra Gertzen

Empathisch führen – warum Mitgefühl allein nicht reicht

Empathie ist eine der wertvollsten Führungsqualitäten unserer Zeit.

Gerade viele Frauen in Führung bringen ein feines Gespür für Menschen, Situationen und Zwischentöne mit. Sie sehen, was andere brauchen – oft, bevor es ausgesprochen wird.

Und doch zeigt sich im Führungsalltag immer wieder:

Empathie allein reicht nicht aus, um Teams gesund und wirksam zu führen.

Ein Praxisfall aus dem Alltag

Eine Führungskraft – nennen wir sie Julia – führt ihr Team mit großem Engagement.

Eine ihrer Mitarbeiterinnen steht aktuell stark unter Druck: Ihre Mutter ist pflegebedürftig, die private Belastung hoch.

Julia erkennt das sofort.

Sie fühlt mit, möchte schützen, entlasten, helfen.

Variante 1: Empathie ohne Klarheit

Julia reagiert aus Mitgefühl:

  • Sie übernimmt Aufgaben der Mitarbeiterin selbst
  • Sie verteilt Tätigkeiten stillschweigend im Team um
  • Sie spricht die Situation nicht offen an – weder mit der Mitarbeiterin noch mit dem Team

Ihr innerer Gedanke:

„Ich will sie nicht zusätzlich belasten oder gar bloßstellen. Ich regle das lieber selbst.“

Was gut gemeint ist, hat unbeabsichtigte Folgen:

  • Die Mitarbeiterin fühlt sich übergangen und nicht ernst genommen
  • Kolleg*innen sind irritiert, warum Aufgaben plötzlich anders verteilt werden
  • Verantwortung wird unscharf
  • Julia arbeitet mehr, wird müde, gereizt und innerlich unzufrieden

Die Stimmung im Team wird leise, aber spürbar schlechter.

Nicht, weil es an Mitgefühl sondern an Klarheit und Orientierung fehlt.

Der blinde Fleck gut gemeinter Empathie

Empathie wird hier mit Schonung verwechselt.

Mitgefühl mit „es lieber selbst machen“.

Doch wenn Führungskräfte diese Verantwortung ungefragt übernehmen,

  • fühlen sich Mitarbeitende schnell entmündigt
  • entstehen Unsicherheit und unterschwelliger Ärger
  • wächst die Belastung der Führungskraft selbst

Julia merkt: So will sie nicht weiterführen.

Aber klarer zu werden fühlt sich zunächst ungewohnt an. Julia hat Angst, die Mitarbeitende zu belasten, vielleicht sogar zu verärgern oder das Gegenteil des Gewünschten zu erreichen. Und sie befürchtet Disharmonie - ein Zustand, den sie auf jeden Fall vermeiden möchte...

Wie Julia vorgeht und welche Ergebnisse sie erwarten, liest Du in Teil 2 der Miniserie zu Empathie in der Führung.


Sandra Gertzen
Sandra Gertzen
..

Noch keine Kommentare vorhanden

Was denkst du?

Newsletter

Schließe dich meinen Abonnenten an, die regelmäßig Impulse rund ums Thema (Selbst)Führung erhalten. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Deine Daten sind sicher. Hier ist unsere Datenschutzerklärung.
© positiv abheben 2026                      
DatenschutzImpressum
Powered by Chimpify