Blog-Serie: Empathisch führen – mit Klarheit wirksam werden - Teil 2

Blog-Serie: Empathisch führen – mit Klarheit wirksam werden - Teil 2

Sandra Gertzen
von Sandra Gertzen

Empathie & Grenzen – warum Klarheit entlastet (für alle)

Klar zu führen bedeutet nicht, weniger empathisch zu sein. Im Gegenteil: Klarheit ist eine Form von Wertschätzung.

Doch viele Führungskräfte zögern genau hier:

  • Darf ich das jetzt einfordern?“
  • „Wirkt das hart?“
  • „Verliere ich damit meine Menschlichkeit?“

Diese Unsicherheit ist normal. 

Grenzen zu setzen erfordert Mut – vor allem dann, wenn man bisher über Beziehung, Ausgleich und eigenes Engagement geführt hat.

Variante 2: Empathie mit Klarheit verbinden

Julia entscheidet sich nach gründlicher Vorbereitung und Selbstreflexion, es anders zu machen.

Sie sucht das Gespräch mit der Mitarbeiterin und sagt:

„Ich sehe, wie belastend die Situation mit Deiner Mutter gerade für Dich ist. Das tut mir leid und ich schätze es sehr, wie offen du damit umgehst.“

Sie bleibt im Kontakt – und wird dann klar:

„Gleichzeitig bist Du ein wichtiger Teil dieses Team und Deine Aufgabe aktuell ist es... .

Mir ist wichtig, dass wir gemeinsam klären, wie Du sie weiterhin verantworten kannst.“

Und schließlich lösungsorientiert:

„Was brauchst Du konkret, um das gut zu schaffen? Wo können wir priorisieren – und was bleibt verbindlich bei Dir?“

Was passiert?

  • Die Mitarbeiterin fühlt sich gesehen und ernst genommen
  • Verantwortung bleibt bei ihr – mit Unterstützung, nicht mit Entlastung durch Übernahme
  • Julia spürt innere Ruhe statt Daueranspannung
  • Klarheit entsteht – im Gespräch und im Team

Julia wird nicht härter. Sie wird klarer.

Ein weiteres Beispiel: Empathie im Teamkonflikt

Eine andere Situation:

Ein Mitarbeiter meldet sich regelmäßig krank, Termine werden verpasst.

Die Führungskraft weiß von privaten Herausforderungen und sagt nichts – aus Verständnis.

Das Team reagiert zunehmend genervt:

  • „Warum gilt für ihn etwas anderes?“
  • „Warum spricht er das nicht an?“

Auch hier hilft kein Wegschauen.

Eine klare, empathische Ansprache könnte lauten:

„Ich weiß, dass Deine Situation gerade herausfordernd ist. Gleichzeitig ist es meine Aufgabe, für Verlässlichkeit im Team zu sorgen.

Lass uns gemeinsam klären, was realistisch möglich ist und was wir verbindlich festhalten, um es ggf. auch mit Deinen Kolleg*innen zu teilen, falls Du Unterstützung benötigst.“

Das Ergebnis:

  • Fairness wird wieder spürbar
  • das Team fühlt sich geschützt
  • die Führungskraft entlastet sich selbst

Klarheit entlastet – auch Dich als Führungskraft

Führungskräfte, die klar führen,

  • formulieren konkrete Erwartungen und vermitteln Sicherheit
  • tragen weniger unausgesprochene Verantwortung
  • arbeiten weniger im „Dauerrettungsmodus“
  • fühlen sich zufriedener, ruhiger und wirksamer

Empathie bleibt, aber sie wird geführt, nicht gelebt auf Kosten der eigenen Rolle.

Fazit

Empathisch zu führen ist eine große Stärke. Doch erst durch klare Grenzen, offene Kommunikation und mutige Gespräche entsteht echte Zusammenarbeit. 

Denn Klarheit

  • schützt Beziehungen
  • stärkt Verantwortung
  • erhöht die Zufriedenheit aller Beteiligten - auch Deine eigene.

Ausblick 

In Teil 3 bekommst Du Inpulse, wie Du empathisch und klar führst, ohne Dich zu verbiegen – konkrete Gesprächsstrukturen und erste Schritte für den Alltag.


Sandra Gertzen
Sandra Gertzen
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